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02.04.2007
Der LTU-Kaufvertrag wurde Montagabend in Berlin notariell
beurkundet. Der Kaufpreis für das Eigenkapital der LTU beträgt 140
Millionen Euro und es werden zwischen 190 und 200 Millionen Euro an
Nettofinanzverbindlichkeiten der LTU übernommen. Zur Wirksamkeit
bedarf es noch der Zustimmung des Bundeskartellamtes. Er soll
größtenteils durch eine in naher Zukunft durchzuführende kombinierte
Finanzierung mit einem Gesamtvolumen von ca. 250 Millionen Euro aus
der Ausgabe neuer Aktien und einer Wandelanleihe finanziert werden,
wobei neue Aktien von bis zu 10 Prozent des derzeitigen
Grundkapitals ausgegeben werden und der größere Anteil aus der
Wandelanleihe stammen wird. Zusätzlich zur Finanzierung des
Kaufpreises werden diese Mittel zur Refinanzierung von ca. 100
Millionen Euro LTU-Schulden und zur Refinanzierung von ca. 50
Millionen Euro
Air Berlin-Verbindlichkeiten eingesetzt.
"Mit der Übernahme der LTU folgen wir den
Wünschen des Marktes. Viele unserer Kunden, die vor allem unseren
Service schätzen, fordern schon seit Jahren, dass wir auch
Langstrecken anbieten. Das können wir jetzt tun, weil wir mit
unseren europäischen und unseren innerdeutschen Verbindungen über
das erforderliche Zubringer-Netz verfügen", erklärte Air Berlin-Chef
Joachim Hunold.
Hunold erwartet durch die Eingliederung der LTU in den Air
Berlin-Konzern jährliche Synergie-Effekte zwischen 70 und 100
Millionen Euro. Als "Stellschrauben" dafür bezeichnete er u. a.
gemeinsamen Einkauf und Vertrieb, Flugplanabstimmung sowie
Kostensenkungen durch Mengenrabatte an Flughäfen. Zwar seien
Umstrukturierungen nicht ausgeschlossen, doch ein Stellenabbau bei
der LTU sei nicht das Ziel der Übernahme. Hunold: „Wenn wir als
Konzern weiter wachsen wollen, brauchen wir gute und motivierte
Mitarbeiter. Ich kenne noch viele Kollegen aus der Zeit meiner
früheren LTU-Tätigkeit. Das war die erfolgreichste Zeit in der
Geschichte dieser Fluggesellschaft. Weil ich an die LTU und ihre
Mitarbeiter glaube, sehe ich auch eine Perspektive für das
Unternehmen."
Die LTU wird im Air Berlin-Konzern ein rechtlich selbstständiges
Unternehmen mit eigener Geschäftsführung bleiben. Auch der Name LTU
soll auf absehbare Zeit Bestand haben. Im Europa-Verkehr werde es
jedoch eine nahtlose Eingliederung der LTU-Strecken in das Air
Berlin-Netz geben. Die LTU betreibt derzeit 15 Mittelstrecken- und
11 Langstrecken-Jets. Ihre wichtigsten Destinationen sind die
Dominikanische Republik, die USA, Thailand, die Kanarischen Inseln,
Nordafrika und die Türkei. Das Unternehmen beschäftigte zum Stichtag
31. Dezember 2.244 Mitarbeiter und beförderte im vergangenen Jahr
5,3 Millionen Passagiere. Air Berlin hatte im selben Zeitraum 16,8
Millionen Passagiere, fliegt derzeit mit 93 Maschinen und
beschäftigt rund 4.000 Mitarbeiter.
Im Europa-Verkehr wird Air Berlin durch den LTU-Erwerb hinter
Ryanair, Air France/KLM und Lufthansa zum viertgrößten Anbieter von
Flugreisen. Die mögliche Verbesserung der Präsenz am Flughafen
Düsseldorf sei eines der Hauptmotive für den Kauf gewesen, sagte
Hunold. "Das Einzugsgebiet des Flughafens Düsseldorf ist der
wichtigste Markt in Deutschland – und nach London der
zweitwichtigste in Europa. Wegen der nur begrenzt zur Verfügung
stehenden Slots hätten wir dort aus eigener Kraft nicht weiter
wachsen können", erklärte Hunold.
Das Code Share-Abkommen
Air Berlin wechselt außerdem seinen Code Share-Partner; die Condor
tritt an die Stelle von TUIfly. Joachim Hunold sieht in dem Code
Share-Abkommen mit Condor Vorteile sowohl für die Kunden als auch
für die beteiligten Unternehmen. Air Berlin, LTU und Condor werden
ihre Flugpläne aufeinander abstimmen und gegenseitig Tickets
verkaufen. Der Vorteil für die Kunden liegt im breiter gefächerten
Angebot: Die Jets der drei Unternehmen werden beispielsweise nicht
mehr parallel zu denselben Zielen fliegen, sondern an verschiedenen
Verkehrstagen.
Die zum Reisekonzern Thomas Cook gehörende Condor verfügt derzeit
über 36 Flugzeuge und beförderte im vergangenen Jahr 7,8 Millionen
Passagiere. Durch das Code Share mit der LTU erhöhen beide
Unternehmen ihre Langstrecken-Kompetenz. Während LTU und Condor im
Vertrieb vor allem auf Reiseveranstalter und Reisebüros setzen,
dominieren bei Air Berlin der Einzelplatzverkauf und der Vertrieb
über das Internet. Außerdem hat die Berliner Airline bereits einen
hohen Anteil von Geschäftsreisenden.
Von der Vertriebskraft der Air Berlin hat in den vergangenen Jahren
die zum TUI-Konzern gehörende Airline "Hapagfly" profitiert. Mit
Ablauf des Winterflugplanes 2006/2007 beendet Air Berlin nun das
Code Share mit diesem Unternehmen. Als Grund dafür nannte Hunold die
Neupositionierung der in "TUIfly" umbenannten Gesellschaft als
Wettbewerber. Es gebe auch eine spürbare Zurückhaltung bei der
Veranstalter-Kundschaft, die ihre Gäste nur ungern auf Maschinen des
Mitbewerbers TUI gebucht sehen wolle. Der Reiseveranstalter TUI
bleibe allerdings Kunde bei Air Berlin.
Quelle: Air Berlin
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